Wer mit Sichtbeton plant, stößt schnell auf die Kürzel SB1 bis SB4. Sie stammen aus dem Merkblatt „Sichtbeton" und legen fest, wie hoch die Anforderungen an eine sichtbar bleibende Betonfläche sind – von gering bis sehr hoch. Dieser Beitrag erklärt die Klassen in verständlicher Sprache.
Die vier Sichtbetonklassen im Überblick
SB1 – geringe Anforderungen
Für Bereiche mit niedrigem gestalterischem Anspruch, etwa Kellerwände oder Lagerräume. Poren und kleinere Unregelmäßigkeiten sind hier akzeptabel.
SB2 – normale Anforderungen
Für Flächen im Hochbau ohne besondere Repräsentationswirkung, zum Beispiel in Treppenhäusern. Das Erscheinungsbild soll ordentlich, muss aber nicht makellos sein.
SB3 – hohe Anforderungen
Für gestalterisch wichtige Flächen, etwa in Aufenthaltsräumen oder an repräsentativen Innenwänden. Hier zählt ein gleichmäßiges, hochwertiges Bild.
SB4 – besonders hohe Anforderungen
Die höchste Klasse, etwa für repräsentative Fassaden und Prestigebauten. Gefordert ist ein nahezu perfektes, einheitliches Erscheinungsbild.
Warum die Klasse über die Kosten entscheidet
Je höher die Klasse, desto größer der Aufwand bei Schalung, Beton und Ausführung – und desto teurer wird das Bauteil. Genau hier liegt ein oft übersehener Hebel.
Höhere Klasse wirtschaftlich erreichen
In vielen Fällen ist es günstiger, eine niedrigere Klasse zu schalen und die Oberfläche anschließend durch Sichtbetonkosmetik auf das gewünschte Niveau zu veredeln, als von vornherein SB4 herzustellen. Kiesnester, Lunker und Farbunterschiede werden dabei gezielt behandelt (mehr dazu im Beitrag Kiesnester ausbessern). Auch wenn das Ergebnis nach dem Ausschalen nicht der geplanten Klasse entspricht, lässt sich die Anforderung so nachträglich erfüllen.
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